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Interview  -  Buchbesprechung  -  Vernissage  -  Rezensionen

Interview

 

 

 

Anders Weber und die Geheimnisse des Autogenen Trainings

 

Verena Bürkler:
Was hat dich zum Autogenen Training geführt?

 


Anders Weber:
Ich habe mich schon als junger Mann für das Autogene Training interessiert, weil es mir damals schon als ein guter Weg erschien, zu sich selbst zu finden. Ich las das Standardwerk von Hannes Lindemann und lernte das Autogene Training aus diesem Buch, weil damals praktisch keine Kurse angeboten wurden. Viele Jahre später konnte ich endlich einen Kurs besuchen und wiederum viel später absolvierte ich die Ausbildung zum Seminarleiter.

 

VB: Was ist für dich das grösste Geheimnis des Autogenen Trainings?

 

AW: Das grösste Geheimnis ist für mich, dass man mit Hilfe des Autogenen Trainings zu seiner eigenen Mitte finden kann. Und aus dieser Mitte heraus Kraft schöpfen kann, den Überblick wieder finden und somit auch sein Umfeld autonom gestalten kann. Weiter bin ich immer wieder fasziniert zu sehen, wie die Selbstheilungskräfte aktiviert werden, und manchmal ganz erstaunliche Wirkungen erzielt werden können.

 

VB: Über Autogenes Training ist schon sehr viel geschrieben worden, warum noch dein Buch?

 

AW: Die meisten Bücher über Autogene Training sind von Ärzten oder Psychologen geschrieben worden. Mein Ansatz ist ein pädagogischer. Das bedeutet, dass ich von einer andern Seite her an das Autogene Training herangehe. Die Selbständigkeit der Menschen ist mir enorm wichtig - und dies ist genau das, was Schultz ursprünglich mit dem Autogenen Training bezweckte. Das bedeutet für mich aber auch, dass nicht die Besprechung der einzelnen Übung das Wichtigste ist beim Erlernen des Autogenen Trainings, sondern das vertrauensvolle Gespräch mit den Lernenden. Ein weiterer Punkt ist die klare Trennung zwischen dem Lerngegenstand, dem Erlernen des Autogenen Trainings, und dem was die Menschen dabei fühlen und spüren. Nicht das Fühlen und Spüren soll als Gradmesser für den Erfolg deklariert werden, sondern die Durchführung des Trainings selber. Dies ist ein ganz pragmatischer Ansatz.

 

VB: Was empfiehlst du den SAT-Mitgliedern für ihre Kurse?

 

AW: Ich möchte mir nicht anmassen, langjährigen Seminarleitern Ratschläge zu erteilen. Es würde mich aber freuen, wenn mein Buch am einen oder andern Ort zusätzlich zum Kurs als Kursunterlage empfohlen würde.

 

VB: Was ist dein grösster Wunsch?

 

AW: Mein grösster Wunsch bezüglich des Autogenen Trainings ist, dass diese Technik möglichst vielen Menschen zu mehr innerer Freiheit und mehr Selbstbestimmung verhelfen kann.


Aus SAT-News, Dezember 2002, Verena Bürkler, atelier@espri.ch

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