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Fragen und Antworten

 

Haben Sie Fragen zum Autogenen Training? Zur Anwendung oder Wirkungsweise?
Ist Ihr Autogenes Training eingeschlafen und Sie möchten wieder starten?
Möchten Sie etwas Bestimmtes mittels Autogenem Training erreichen und wissen nicht wie?

Nehmen Sie sich ein Herz und schreiben Sie Ihre Fragen vertrauensvoll an anders.weber@amonit.ch

Auch Anregungen und Kritik sind willkommen. 

Wenn Sie mir einen Erfahrungsbericht zu Autogenem Training zustellen, erhalten Sie mein neues Buch «Autogenes Training – autogen trainieren» als Gratis-Download im pdf-Format.

Unten sind aber bereits einige Fragen mit ihren Antworten aufgelistet.

 

Muss man ans Autogene Training glauben, damit es wirkt?

Das Autogene Training hat nichts mit Glauben zu tun. Es ist wissenschaftlich erwiesen, dass es funktioniert, ob man daran glaubt oder nicht. Sie brauchen nur gemäss Anweisung zu trainieren und die Wirkungen treten ein, egal ob Sie etwas davon spüren oder nicht. Sie brauchen nicht daran zu glauben, die Wirkungen treten auch ohne Glauben daran auf. Ich habe immer wieder Skeptiker im Kurs, welche es ganz genau wissen wollen. Noch immer hat das sehr interessante Diskussionen und Anregungen gegeben. Schliesslich war auch der grösste Skeptiker überzeugt vom Autogenen Training – vor allem darum, weil er am eigenen Leib die Wirkung spürte. In diesem Zusammenhang ist die Geschichte der Nagelhautreisserin sehr hilfreich, welche mit grosser Skepsis am Kurs teilnahm und schliesslich ein riesiges Erfolgserlebnis verbuchen konnte.

 

 

Braucht es ein gutes Vorstellungsvermögen, damit das Autogene Training gut wirkt?

 

Ein gutes Vorstellungsvermögen ist natürlich von Vorteil. Wer gut imaginieren kann, hat es beim Lernen des Autogenen Trainings leichter. «Imaginieren» kommt von «Image», das heisst Bild. Wer sich gute Bilder vorn Schwere und Wärme vorstellen kann, wird die Schwere und die Wärme schneller und besser spüren können. Doch eine Voraussetzung für das Lernen des Autogenen Trainings ist das nicht. Das Unbewusste hat eine Fülle von Bildern für jeden Sachverhalt, für jede Situation. Es kann diese Bilder jederzeit abrufen, es ist nicht darauf angewiesen, dass Sie ihm die Bilder liefern. Dass Sie Wörter und Sätze verstehen, das hat damit zu tun, dass das Unbewusste dazu Bilder hat. Auch wenn Sie vor dem inneren Auge nichts sehen, sie verstehen trotzdem, was gesagt wird. Das beweist, dass Bilder vorhanden sind, ob Sie sie sehen oder nicht. Das Unbewusste hat sie gespeichert. Deshalb weiss es, was Sie mit Schwere und Wärme meinen, wenn Sie das ansprechen, und wird die entsprechenden Einstellungen vornehmen, dass die Umschaltung vollzogen wird.

 

 

Warum steht nicht die Ruheübung am Anfang des Autogenen Trainings?

Viele Autoren empfehlen tatsächlich, die Ruhetönung an den Anfang des Autogenen Trainings zu stellen. Sicher gibt es gute Gründe dafür. Besonders, wenn man schon eine Zeit lang autogen trainiert, stellt sich die Ruhe schon ziemlich spontan ein. Zu Beginn der Lernphase des Autogenen Trainings besteht diese Ruhe meist nicht, sie muss erst eingeübt werden. Sie stellt sich aber in der Regel sehr rasch ein, wenn die Schwereübung trainiert wird. Einerseits werden mit der Schwereübung schwere Glieder induziert, welche eine Ruhetönung auslösen, andererseits wird die Ruhe mit dem Satz Ich bin ganz ruhig eintrainiert. Dieser Satz ist eine Zielvorstellung und gleichzeitig Auftrag ans Unbewusste, diesen Zustand herzustellen. Ich denke, es ist besser, in dieser Reihenfolge, also zuerst Schwere, dann Ruhe zu trainieren, vor allem, wenn man sich nicht von Beginn weg ruhig fühlt. Später, wenn Sie gut autogen trainiert sind, wenn sich das autogene Gefühl schon beim Hinsitzen einstellt, können Sie sehr wohl mit der Ruheübung beginnen. Das ist ganz Ihnen überlassen.

 

 

Wie setze ich Autogenes Training gegen Migräne ein?

Ein Migräneanfall kündigt sich in der Regel an, indem Sie ein Flimmern in den Augen haben, oder das Licht anfängt grell zu wirken, oder auf andere Art. Meist spüren Sie Anzeichen der Migräne bevor sie wirklich einsetzt. Wenn es Ihnen möglich ist, versuchen Sie sofort, den Anfall mit Autogenem Training zu unterbrechen. Denken Sie im Autogenen Training immer wieder Kopf frei und klar, Kopf frei und leicht. Machen Sie lange Autogenes Training, denken Sie diese Sätze immer wieder. Je früher Sie beginnen können, desto besser ist die Chance, dass die Migräne wieder verschwindet. Aber auch, wenn Sie den Anfang nicht erwischt haben, trainieren Sie autogen und denken diese Sätze. Immer wieder, immer wieder. Wenn aber der Schmerz nicht mehr auszuhalten ist, nehmen Sie Ihr Medikament. Versteifen Sie sich nicht darauf, die Migräne nur mit Autogenem Training «wegzudenken». Wenn’s nicht mehr auszuhalten ist, nehmen Sie Ihre Tablette. Sie werden auf diese Art diesen Zeitpunkt immer weiter hinaus schieben können, bis Sie ganz auf das Medikament verzichten können.

 

 

Wie kann das Autogene Training mit Tonträgern (CD/Tonband) unterstützt werden?

Das Autogene Training soll gar nicht mit Tonträgern unterstützt werden. Sie wollen ja völlig unabhängig sein von irgendwelchen äusseren Umständen – eine CD oder ein Tonband ist ein solcher äusserer Umstand. Sie lernen das Autogene Training besser im harten Einsatz des täglichen Lebens anzuwenden, wenn Sie keine Hilfsmittel benutzen. In den letzten Jahren ist kaum mehr ein Buch über Autogenes Training erschienen, das keine CD beigelegt hat. Die Leute, mit eingeschlossen die Autoren und Verlage dieser Bücher, scheinen zu glauben, nur ein Buch mit CD sei etwas wert. Ich sage Ihnen aber, es ist Unsinn, eine CD zu verwenden. Sie machen sich nur abhängig davon. Sie glauben, Sie können das Autogene Training nur mit dieser Hilfe machen. Das Gegenteil ist aber der Fall. Wie wollen Sie das Autogene Training der momentanen Situation anpassen, wenn Sie eine CD verwenden? Das ist gar nicht möglich. Es gibt eine Ausnahme, welche Sie in Ausnahmefällen anwenden können. Sie machen sich einen eigenen Text, den Sie auf eine CD brennen oder auf ein Tonband sprechen, um einen ganz bestimmten Leitsatz einzutraineren, oder ein ganz bestimmtes Ziel zu erreichen. Sie können sich dann diese CD beim Einschlafen anhören – aber nur dann. Im Normalfall denken Sie sich diesen Leitsatz oder dieses Ziel während des üblichen Autogenen Trainings. Die CD beim Einschlafen anhören macht sich den Umstand zunutze, dass dann die Aufnahmefähigkeit für das Unbewusste besonders gross ist, während das Bewusste gleichzeitig dabei ist, sich zu verabschieden. Ich betone nochmals: nur eine eigene CD mit den eigenen Zielen und Leitsätzen ist statthaft, und auch das nur während einer bestimmten Zeit, höchstens einem Monat während des Einschlafens. Aus diesen Gründen habe ich darauf verzichtet, eine CD diesem Buch beizulegen.

Wie kann ich das Autogene Training bei längeren Autofahrten einsetzen? 

Das Autofahren ist ebenfalls eine Situation, welche eine hohe Konzentration erfordert. Diese Konzentration muss ständig, die ganze Zeit, aufrechterhalten werden, was auf Dauer ziemlich ermüdend ist. Auf keinen Fall dürfen wir ein Fahrzeug lenken, wenn wir zu müde sind dazu.

Bei längeren Fahrten, zum Beispiel auf der Reise in die Ferien, müssen wir aber viele Stunden am Lenkrad verbringen. Natürlich machen wir alle anderthalb oder zwei Stunden eine Pause, um die Füsse etwas zu vertreten, uns etwas Bewegung zu gönnen, frische Luft zu schnappen, etwas Kleines zu essen und einen Kaffee zu trinken.

Diese Pause können Sie auch dafür nutzen, ein Autogenes Training zu machen. Dazu können Sie sich auf eine Bank setzen, sich unter einen Baum oder auf den Rücksitz legen. Nehmen Sie die Umschaltung vor und denken Sie:

            •    Ich bin ruhig und konzentriert

              •    Meine Aufmerksamkeit ist auf der Strasse

              •    Ich fahre vorsichtig und vorausschauend

              •    Ich reagiere schnell und richtig

              •    Ich bin frisch und aufmerksam

Diese und ähnliche Sätze denken Sie sich einige Male und nehmen dann besonders intensiv zurück. Beim Autofahren ist es besonders wichtig, sehr frisch und aufmerksam zu sein. Dies erreichen Sie mit einer besonders intensiven Rücknahme, verbunden allenfalls mit ein paar Kniebeugen, tief Durchatmen und andern körperlichen Bewegungen.

Aber Achtung! Trainieren Sie nicht autogen an einer Ampel oder sonst an einem kurzen Stopp! Sie müssen die Gelegenheit haben, auszusteigen und sich genügend Zeit nehmen für die Pause! Sonst kann es sein, dass die Aufmerksamkeit ab- statt zunimmt, dass Sie sich müde fühlen nach dem Autogenen Training – und das darf auf gar keinen Fall geschehen! Das wäre gefährlich!


 

 

Wie kann ich mit Autogenem Training mein Gedächtnis verbessern?

Setzen Sie das Autogene Training für das Lernen ein. Das Unbewusste wird Ihnen helfen, die Lerngegenstände so zu archivieren und abzulegen, dass Sie sie wieder finden. Ich vergleiche manchmal das Gedächtnis mit einem grossen Aktenschrank mit vielen Schubladen, welche aber dummerweise nicht angeschrieben sind. Wenn Sie darin etwas versorgt haben, wie wollen Sie es dann wieder finden? Das sei doch kein Problem, sagen Sie vielleicht; ein Griff und die Sucherei geht los. Wenn Sie aber nicht wissen, wo suchen, können Sie lange damit beschäftigt sein. Das Autogene Training hilft Ihnen, die Lerngegenstände so abzulegen, dass Sie sie mit besagtem Griff bereits gefunden haben. Die Schubladen sind zwar weiterhin nicht angeschrieben, doch Sie wissen intuitiv, was in welcher Schublade versorgt ist. Mit dem Autogenen Training gewöhnen Sie das Unbewusste daran, Ihnen bei solchen Dingen zu helfen; das Unbewusste ist ein kraftvoller Helfer, und wird Sie mit Sicherheit unterstützen.

Es gibt viele Erinnerungstechniken, bei denen das Bewusste sehr am Archivieren beteiligt ist. Mit solchen Techniken kann Erstaunliches geleistet werden. Solche Techniken können selbstverständlich zusätzlich eingesetzt werden. Die Kombination Autogenes Training und Erinnerungstechniken wird Sie zu einem wahren Gedächtniskünstler machen! Lesen Sie dazu die einschlägige Literatur.

 

 

Wie kann ich besser daran denken, etwas Bestimmtes zu tun?


Diese Frage hat ebenfalls mit dem Training des Gedächtnisses etwas zu tun, aber auch mit dem Vertrauen darauf, dass das Unbewusste Ihnen mit Sicherheit hilft. Sie kennen bestimmt die gängigen Hilfen, die einen daran erinnern sollen, etwas Bestimmtes zu tun, wie den Zettel im Hosensack oder den Knoten im Taschentuch. . . . Wozu habe ich nun eigentlich den Knoten gemacht . . .? Auch der Zettel im Hosensack ist oft nicht sehr hilfreich. Wir wissen zwar, was draufsteht, aber oft genug verpassen wir den richtigen Zeitpunkt trotzdem. Die Agenda mit Warnton im Computer oder auch das Mobiltelefon ist hier natürlich zuverlässiger, aber den Computer haben wir nicht immer dabei.

Wir können aber unseren Computer im Kopf programmieren, und er wird uns zuverlässig daran erinnern, das zu tun, was wir uns vorgenommen haben. Sie müssen zu einem bestimmten Zeitpunkt ein Telefonat erledigen? Denken Sie während des morgendlichen Autogenen Trainings intensiv daran. Das Unbewusste wird Sie rechtzeitig daran erinnern. Jetzt müssen Sie die Sache aber sofort erledigen; das Unbewusste wird Sie nicht nochmals daran erinnern! Es hat ja den Auftrag erledigt, den Rest müssen Sie selbst tun. Wenn Sie aber im Augenblick verhindert sind, das zu erledigen, können Sie einfach nachprogrammieren, indem Sie kurz intensiv denken: In zehn Minuten denke ich nochmals dran, oder Wenn der Besucher gegangen ist, denke ich nochmals dran, oder so etwas Ähnliches. Mit zunehmendem Training können Sie die Programmierung auch ohne Autogenes Training vornehmen. Denken Sie einfach ein paar Mal intensiv an diese Aufgabe, die Sie erledigen sollen, und auch an den Zeitpunkt der Durchführung. Das Unbewusste wird Sie zuverlässig daran erinnern. Den Zeitpunkt können Sie als Uhrzeit festlegen, oder auch mit einer Situation verknüpfen, das spielt keine Rolle.

Mit der folgenden kleinen Übung können Sie das trainieren: Nehmen Sie sich am Abend vor, zu einer bestimmten Zeit von selber zu erwachen. Das kann sein zwei Minuten bevor der Wecker klingelt. An arbeitsfreien Tagen können Sie das auch ohne Wecker machen. Sie werden erstaunt sein, wie gut das funktioniert. Nehmen Sie sich einfach einen bestimmten Zeitpunkt vor – das Unbewusste wird Sie zu diesem Zeitpunkt wecken!

 

 

Wie kann ich wieder mit Autogenem Training beginnen, wenn ich lange nicht geübt habe?


Wenn Sie das Autogene Training einmal zuverlässig eintrainiert haben, kann es nicht mehr verloren gehen. Sie haben einen bedingten Reflex eintrainiert, der immer dann wirksam wird, wenn Sie die damit verbundenen Handlungen vollziehen. Wenn Sie sich also für das Autogene Training hinsetzen, Schwere und Wärme denken, wird die Umschaltung vollzogen, egal, wie lange Sie nicht mehr trainiert haben. Es ist wie Fahrrad fahren. Wenn Sie es einmal gelernt haben, dann jahrelang nicht mehr gefahren sind, können Sie sich auf ein Fahrrad setzen und losfahren. Vielleicht schwankt’s ein bisschen am Anfang, aber nach ein paar Metern werden Sie so sicher fahren wie zuvor. Genau so ist es beim Autogenen Training. Setzen Sie sich hin, denken Sie an Schwere und Wärme, und die Wirkung wird sich entfalten.

Allenfalls können Sie die Lernfolge verkürzt wiederholen, also die Schwere am ersten Tag, die Wärme am zweiten oder dritten Tag, und so weiter. Zur Unterstützung können Sie das Buch nochmals lesen.

 

 

Darf ich mich während des Autogenen Trainings kratzen?


Ja. Selbstverständlich dürfen Sie das. Autogenes Training heisst nicht, dass Sie bewegungslos verharren müssen, bis es fertig ist. Wenn es irgendwo juckt, dann kratzen Sie sich. Das ist besser, als zu versuchen, den Juckreiz mit Willenskraft wegzubringen.

 

 

Darf ich in der Sauna autogen trainieren?

Während der Ruhephase auf einer Liege ist dies sehr wohl möglich. Ich möchte aber davon abraten, die Schwereübung im Hitzeraum zu denken. Hier sind Sie bereits sehr locker und gelöst; die Hitze tut ihres dazu. Mit der Schwereübung würden Sie sich noch mehr lockern und lösen, was zu einem Gefühl führen könnte, dass Sie sich nicht mehr fähig sind sich bewegen zu können. Ein Kursteilnehmer erzählte vor Jahren davon. Er hätte sich nur unter grösster Willensanstrengung wieder bewegen können. Die andern Übungen können Sie gerne auch im Hitzeraum denken.

 

 

 

Wie kann Süchten (Rauchen, Alkohol, Drogen) mit Autogenem Training begegnet werden?


Bestimmt kann eine Entwöhnung mit Autogenem Training und geeigneten Leitsätzen unterstützt werden. Doch dies ist ein eher schwieriges Unterfangen, da wir es unter anderem mit körperlichen Abhängigkeiten zu tun haben. In schweren Fällen ist dringend zu raten, Fachleute beizuziehen, allenfalls eine Entziehungskur zu machen.

Trotzdem möchte ich hier einige hilfreiche Leitsätze anfügen *):        

Bei Alkohol      •   Ich bleibe abstinent, ganz konsequent

                             •   Konsequent abstinent

                             •   Wirtshäuser sind gleichgültig

                             •   Ich weiss, dass ich nicht mehr trinke

                             •   Alkohol gleichgültig

                             •   Beim Trinken wird mir übel

                             •   Betrunken bin ich ekelerregend

Bei Nikotin      •   Rauchen gleichgültig

                             •   Nichtrauchen macht mich frei und stolz

                             •   Der Geschmack des Tabaks stösst mich ab

                             •   Zigaretten gleichgültig

     *) aus Hoffmann Handbuch des Autogenen Trainings, dtv München 2002      

 

 

 

 

 

Muss ich mich für jedes Autogene Training in eine bestimmte Position setzen oder legen?


Nein, das müssen Sie nicht. Mit zunehmender Übung wird es immer unwesentlicher, in welcher Position Sie trainieren. Die bedingten Reflexe sind zuverlässig eintrainiert und das Unbewusste ist daran gewöhnt, Aufträge entgegenzunehmen und auszuführen. Sie können auch jederzeit ein teilweises Autogenes Training durchführen, gerade auch, weil das Unbewusste daran gewöhnt ist. Ein Auftrag ans Unbewusste wird auch ohne Autogenes Training ausgeführt, denn Sie wissen ja, wie Sie den Auftrag formulieren sollen. Zum Beispiel daran denken, etwas Bestimmtes zu tun.

 

 

Was ist ein vollständiges Autogenes Training, was ein Teil –Training?

Immer dann, wenn Sie die autogene Umschaltung mit Hilfe der Schwereübung vollzogen haben, spricht man von einem vollständigen Autogenen Training. Die autogene Umschaltung muss am Schluss zurückgenommen werden. Dabei spielt es keine Rolle, ob Sie alle Übungen gemacht haben oder nicht. Die autogene Umschaltung des vegetativen Nervensystems vom Sympathikus zum Parasympathikus ist ausschlaggebend dafür, ob das Autogene Training vollständig ist oder nicht. Diese Umschaltung muss zurückgenommen werden.

Ein teilweises Autogenes Training machen Sie immer dann, wenn Sie keine Möglichkeit haben, sich für ein vollständiges Autogenes Training hinzusetzen, aber trotzdem das Unbewusste dazu bringen möchten, für Sie etwas Bestimmtes zu tun. Vielleicht sind Sie in Ihrem Auto unterwegs an eine wichtige Sitzung und Sie geraten in einen Stau. Sie sehen, wie die Zeit immer knapper wird, und Sie fangen an, sich aufzuregen, die Herzfrequenz erhöht sich. Nun können Sie den Satz Ich bin ganz ruhig und gelassen denken. Dieser wird Ihre Aufregung und die Herzfrequenz herunterholen, ohne dass Sie ein vollständiges Autogenes Training machen müssen. Ein solches teilweises Autogenes Training müssen Sie nicht zurücknehmen. Oder Sie machen einen Winterspaziergang und bekommen kalte Hände. Diese können Sie während des Spazierens mit der Wärmeformel Hände ganz warm und gut durchblutet wieder aufwärmen. Auch hier brauchen Sie nicht zurückzunehmen. Oder Sie können zum Beispiel einfach die Herztätigkeit oder die Atemfrequenz überprüfen – auch hier ohne Zurücknehmen.

Als Regel gilt: Wenn Sie ein Teil-Training ohne Schwereübung machen, brauchen Sie weder eine bestimmte Haltung einzunehmen noch die Umschaltung zurückzunehmen, weil gar keine Umschaltung vollzogen wird. Die Umschaltung findet nur statt, wenn Sie eine Übungshaltung einnehmen und das Autogene Training mit der Schwereübung einleiten. Nur vollständige Autogene Trainings enthalten die Schwereübung, andere nicht.

 

 

Muss ich nach jedem Autogenen Training zurücknehmen?

Wenn Sie ein vollständiges Autogenes Training mit allem Drum und Dran durchführen, dann müssen Sie zurücknehmen. Ein vollständiges Autogenes Training besteht aus Haltung einnehmen, Sätze denken und Zurücknehmen.

Mit zunehmender Übung werden Sie auch autogen trainieren, ohne alle diese Elemente zu berücksichtigen. Oft genügt es, einen bestimmten Leitsatz, den Sie vorher eintrainiert haben, zu denken, um die erwünschte Wirkung zu erzielen.

Nach den unvollständigen Autogenen Trainings müssen Sie nicht zurücknehmen. In diesen Fällen haben Sie weder eine bestimmte Haltung eingenommen, noch die Schwereübung gedacht. Diese Übung wird weggelassen, wenn das Training nur unvollständig sein soll, denn nur die Schwereübung induziert die vegetative Gesamtumschaltung.


 

 

 

 

Was versteht man unter «ganz persönliches Autogenes Training»?


Es ist ganz wichtig, dass jede Person ihr ganz persönliches Autogenes Training lernt. Das enthält verschiedene Aspekte.

 

 

 

·       Jede Person verspürt während des Autogenen Trainings Verschiedenes. Auch die verschiedenen Autogenen Trainings einer bestimmten Person ist immer wieder anders spürbar. Das grundsätzliche Gefühl des Autogenen Trainings bleibt aber mehr oder wendiger konstant.

 

·       Jede Person hat im Autogenen Training Vorlieben. Von der einen Übung hat man mehr als von der andern. Deshalb werden sehr oft nicht alle sechs Übungen des Autogenen Trainings durchgeführt. Gewisse Übungen lässt man fast immer weg, weil sie einem nichts sagen, man hat wenig von ihnen. Andere Übungen sind in der Regel immer dabei.

·       Mit zunehmendem Training wählen Sie ganz spontan die Übungen aus, welche Sie gerade brauchen.

·       Sie variieren die Autogenen Trainings je nach Bedarf in Dauer und Inhalt.

·       Wenn Sie die autogene Umschaltung mittels der Schwereübung vollzogen haben, müssen Sie am Ende zurücknehmen, sonst nicht.

 

 

Was ist die Oberstufe des Autogenen Trainings?

 Die Oberstufe des Autogenen Trainings ist keine Fortsetzung des Autogenen Trainings. Man kann keine neuen Übungen dazulernen. Wenn Sie einen Kurs Autogenes Training besucht haben und die Methode zuverlässig eintrainiert haben, können Sie nichts Weiteres dazulernen.

Die «Oberstufe des Autogenen Trainings» bezeichnet etwas ganz anderes. Es ist eine Art Psychotherapie, bei der unbewusste Persönlichkeitsanteile bewusst gemacht werden können. Dazu braucht es einen Therapeuten, der mittels geführten mediativen Traumreisen oder Hypnoseinduktionen die Kursgruppe in bestimmte Situationen führt, welche in entspanntem Zustand, aber völlig konzentriert erlebt werden. Dieser entspannte Zustand muss zuerst erlernt werden: Das Autogene Training. Wer das Autogene Training nicht beherrscht, schläft bei solchen Traumreisen schnell ein oder schweift ab. Nach den Traumreisen wird das Erlebte besprochen und ausgetauscht, was ein sehr wichtiger Bestandteil der Oberstufenübungen ist, weil es der Verarbeitung des Erlebten dient.


Kann man Kindern Autogenes Training lehren?

Kinder können sehr wohl Autogenes Training lernen. Ich selber habe viele Kurse mit Kindern durchgeführt, welche diese Methode sehr gut lernten. Hier geht es vor allem darum, Prüfungsängste und andere Ängste abzubauen, bessere Leistungen in der Schule zu erzielen, aber auch darum, den ganzen Anforderungen gelassener gegenüberzustehen. Die Kursinhalte sind dieselben wie für das Autogene Training für Erwachsene, doch sie müssen etwas anders, kindgerechter, dem Alter der Kinder entsprechend, vermittelt werden. Kinder können etwa ab dem Kindergartenalter autogen zu trainieren lernen. Vor allem bei kleineren Kindern muss das Autogene Training sehr dem Alter angepasst werden: Passende Geschichten, Fantasiereisen, auch Zeichnen und Malen, sowie Musik unterstützen den Lernvorgang sehr.

Eine ganz wichtige Voraussetzung, dass Kinder Autogenes Training lernen, ist, dass sie dies auch wollen. Dazu müssen sie genau im Bilde sein, was es ihnen bringt, und es muss ihnen Spass machen. Wichtig ist, dass sie zuhause üben, und das machen sie nicht, wenn sie keine Lust dazu haben.

Ein weiterer wichtiger Punkt ist, dass die Eltern der Kinder darüber informiert sind, was die Kinder hier lernen. Dazu ist es zwingend, vorgängig zu einem Kinderkurs einen obligatorischen Elternabend durchzuführen. An diesem Elternabend wird die Methode des Autogenen Trainings genau erläutert und auch die Vorgehensweise im Kurs. Hier können auch Unsicherheiten ausgeräumt und Fragen beantwortet werden.

Vom Autogenen Training abzusehen ist es, wenn sie in die Pubertät kommen. In dieser Zeit stehen sehr viele körperliche und seelische Veränderungen an, und deshalb ist es nicht sehr sinnvoll, auch noch Autogenes Training zu machen. Wenn aber eine sehr grosse Motivation dazu besteht, ist es sicher trotzdem möglich.


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